Handel mit CFDs

In naher Zukunft könnte es eine Beschränkung des Handels mit CFDs (Contracts for Difference) geben.

Nach einer Mitteilung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) vom 8. Dezember 2016 soll damit der Schutz der Verbraucher verbessert werden. In der Bundesrepublik Deutschland bedarf die gewerbsmäßige Tätigkeit im Bereich der Finanzdienstleistungen einer Erlaubnis. Für diese Erlaubnis ist die BaFin zuständig. Das gilt auch für Tochtergesellschaften in Deutschland von ausländischen europäischen Unternehmen. Dagegen dürfen ausländische Unternehmen ohne eine Niederlassung in Deutschland hier tätig werden, wenn sie zu dieser Tätigkeit in dem Herkunftsstaat berechtigt sind. In dem Fall bleibt die Aufsichtspflicht teilweise bei dem Amt des Heimatlandes.

Die BaFin hat nun bekannt gegeben, dass sie den Anlegerschutz bei finanziellen Differenzgeschäften mit einer Nachschusspflicht für bedenklich hält. Es bestehe nach Meinung der BaFin ein unkalkulierbares Verlustrisiko bei CFDs mit Nachschusspflicht. Bei der Spekulation auf die Kursentwicklung von diversen Basiswerten erhält der Verbraucher den Differenzbetrag im Falle einer Entwicklung zu seinen Gunsten – bei einer negativen Entwicklung ist der auszugleichen. Ohne in den jeweiligen Basiswert direkt zu investieren, können die CFD-Anleger mit einem verhältnismäßig kleinen Kapitaleinsatz auf die Kursentwicklung von Währungspaaren, Aktien, Rohstoffen oder anderen Basiswerten spekulieren.

Von der ESMA (European Securities and Markets Authority) ist bereits im Juli 2016 eine Investorenwarnung bezüglich dieses Produktes ausgesprochen worden. Als Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörse1 kümmert sich die ESMA auch um den Anlegerschutz. Sie ist zuständig für Transparenz und Seriösität der Wertpapiermärkte.

Um zu verdeutlichen, welche Folgen der CFD-Handel haben kann, wird auf die Schweizer Nationalbank verwiesen, durch deren Maßnahme (Aufhebung des Euro-Mindestkurses) 2015 die Verluste bei einigen CFD-Anlegern aufgrund ihrer Nachschusspflichten erheblich waren. Die BaFin beabsichtig eine Beschränkung von CFDs in Bezug auf Verkauf, Vertrieb und Vermarktung i.S. von § 2 Abs. 2 Nr. 3 WpHG. Gemäß § 4 b WpHG soll eine Allgemeinverfügung angeordnet werden, die den Verbraucher vor solchen Verlustgeschäften schützen soll. Zum Entwurf der Allgemeinverfügung kann bis zum 20. Januar 2017 Stellung genommen werden. Sollte die Verfügung so ergehen, bleibt den Anbietern von CFDs eine Frist von 3 Monaten nach Bekanntgabe, die Verpflichtung zu erfüllen.

  1. gegründet durch die EU-Verordnung Nr. 1095/2010 des Europäischen Parlaments und des Rates mit Wirkung zum 01.01.2011 []

 

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