Scheidungskosten: Die wichtigsten rechtlichen Informationen

Eine Scheidung stellt eine große Herausforderung für alle Beteiligten dar. Es herrscht eine große Anspannung auf allen Seiten und da wird schnell der Überblick aus den Augen verloren. Dabei sollten die Vermögensinteressen aller Seiten stets gewahrt sein, was in Einzelfällen Rechtsfragen aufwerfen kann. Eine dieser Fragen sind die Scheidungskosten. Wie hoch diese ausfallen, was beachtet werden muss und wie diese im Voraus bestimmt werden können, ist jedoch einzelfallabhängig.

Wie hoch fallen Scheidungskosten aus?

Scheidungskosten können nicht anhand einer bestimmten Summe festgestellt werden. Dafür herrschen zu viele unbekannte Variablen, wie etwa das Einkommen, die Lebensverhältnisse, Kinder und weitere Aspekte. Das Familiengericht ist für Scheidungen zuständig und spricht die Scheidung aus, sodass über die eigentlichen Scheidungskosten hinaus auch Gerichts- und nötige Anwaltskosten zu beachten sind. Das heißt, dass sich Scheidungskosten im Übrigen an den sogenannten Verfahrenswert richten.

Der Verfahrenswert lässt sich anhand der im Einzelfall vorkommenden familiären Verhältnisse, den Anwalts- und Gerichtskosten und anderen Punkten bestimmen. Ein Fachanwalt für Familienrecht kann hierbei eine grobe Summe zur Orientierung nennen, die jedoch nicht festgeschrieben ist, da der Ausgang des Verfahrens stets im Blick behalten werden muss und sich ändern kann.

Wer zahlt die Scheidungskosten?

In einem Scheidungsverfahren ist es üblich, dass der Anwalt diejenige Partei vertritt, die diesen beauftragt hat. Dieser wird dann von dem jeweiligen Mandanten bezahlt. Es ist jedoch zu beachten, dass wiederum der Verfahrensablauf auch hier maßgeblich ist, um eine konkrete Antwort geben zu können. Sollten keine bedeutenden Streitsummen Gegenstand sein, etwa der Streit um Immobilien, können diese Kosten auch überschaubar und gering gehalten werden. In einem Gerichtsverfahren wird die durch einen Anwalt vertretene Person den ersten Zuschuss an das Gericht zahlen und die andere Partei die andere Hälfte, sodass diese geteilt bezahlt werden.

Sollte eine Notwendigkeit bestehen, gibt es jedoch auch die Möglichkeit, mithilfe eines Scheidungskostenrechners im Internet die anfallenden Kosten im Voraus berechnen zu lassen. Das hat den Vorteil, dass sich die Parteien bereits auf eine gewisse Summe einstellen können. Zudem sorgt der Scheidungskostenrechner für Transparenz, da das Scheidungsrecht und familienrechtliche Fragen für Laien oft sehr kompliziert sind. Wichtig ist jedoch, dass dieser Rechner einen groben Überblick verschaffen soll, einen erfahrenen Anwalt jedoch nicht ersetzen kann. In jedem Fall ist dringend Rücksprache mit einem Anwalt zu halten.