Der Patient wäre doch sowieso uneinsichtig gewesen…

Der Einwand des behandelnden Arztes, der Patient hätte sich einem Eingriff auch bei zutreffender Aufklärung über dessen Risiken unterzogen, ist grundsätzlich beachtlich[1].

Den Arzt trifft insoweit die Behauptungs- und Beweislast, wenn der Patient zur Überzeugung des Tatrichters plausibel macht, dass er, wären ihm rechtzeitig die Risiken der Behandlung verdeutlicht worden, vor einem echten Entscheidungskonflikt gestanden hätte, wobei an die Substantiierungspflicht zur Darlegung eines solchen Konflikts keine zu hohen Anforderungen gestellt werden dürfen[2].

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 8. März 2016 – VI ZR 243/14

  1. BGH, Urteil BGHZ 90, 103, 111 []
  2. vgl. nur BGH, Urteil vom 17.04.2007 – VI ZR 108/06, VersR 2007, 999 Rn. 17 mwN []

 

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