Heckenhöhe – bei einer Grenzbepflanzung in Hanglage

Bei der eines Grund­stücks, das tie­fer liegt als das grund­stück, ist die nach den lichen Vor­schrif­ten (hier: Art. 47 Abs. 1 BayAGBGB) zuläs­si­ge Pflan­zen­wuchs­hö­he von dem höhe­ren Gelän­de­ni­veau des grund­stücks aus zu mes­sen.

In dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Falll strit­ten zwei Eigen­tü­mer anein­an­der­gren­zen­der Grund­stü­cke in in Bay­ern. Das Grund­stück des einen n liegt höher als das der ande­ren. Zwi­schen den Grund­stü­cken befin­det sich eine ca. 1 m bis 1,25 m hohe Gelän­de­stu­fe, an der eine Mau­er ver­läuft. Auf dem unte­ren Grund­stück steht ent­lang der Gelän­de­stu­fe eine 6 m hohe Thu­jen. Sie wur­de zuletzt 2009 oder 2010 auf eine Höhe von ca. 2,90 m geschnit­ten, gemes­sen von ihrer Aus­tritt­stel­le. Der Eigen­tü­mer des obe­ren Grund­stücks ver­langt von der Eigen­tü­me­rin des unte­ren Grund­stücks, die zwei­mal jähr­lich mit Aus­nah­me des Zeit­raums vom 1. März bis 30. Sep­tem­ber auf eine Höhe von 2 m, gemes­sen ab dem obe­ren Ende der Mau­er zwi­schen den Grund­stü­cken der Par­tei­en zurück­zu­schnei­den. Die Beklag­te erhebt die Ein­re­de der .

Das erst­in­stanz­lich hier­mit befass­te Amts­ge­richt Hers­bruck hat die Kla­ge abge­wie­sen 1. Auf die Beru­fung des unter­le­ge­nen n hat dage­gen das Land­ge­richt Nürn­berg-Fürth ihr statt­ge­ge­ben 2. Der Bun­des­ge­richts­hof hat nun die Revi­si­on gegen das land­ge­richt­li­che Urteil zurück­ge­wie­sen:

Nach Art. 47 Abs. 1 BayAGBGB kann der Eigen­tü­mer eines Grund­stücks ver­lan­gen, dass u.a. Bäu­me, Sträu­cher und n, die in einer gerin­ge­ren Ent­fer­nung als 2 m von der Gren­ze sei­nes Grund­stücks gehal­ten wer­den, nicht höher als 2 m sind. Ande­ren­falls kann er den der Pflan­zen ver­lan­gen. Die zuläs­si­ge Höhe der Pflan­zen ist grund­sätz­lich von der Stel­le aus zu mes­sen, an der die­se aus dem Boden aus­tre­ten. Das gilt aber nicht, wenn die Pflan­zen auf einem Grund­stück ste­hen, das tie­fer als das grund­stück liegt. In die­sem Fall ist eine Beein­träch­ti­gung des höher gele­ge­nen Grund­stücks erst mög­lich, wenn die Pflan­zen des­sen Höhen­ni­veau errei­chen. Die zuläs­si­ge Pflan­zen­wuchs­hö­he ist des­halb nicht von der Aus­tritt­stel­le der Pflan­zen, son­dern von dem Boden­ni­veau des höher gele­ge­nen Grund­stücks aus zu bestim­men.

Das führt hier dazu, dass nicht ein­ge­tre­ten ist. Nach Art. 52 Abs. 1 Satz 2 BayAGBG ver­jährt der Anspruch auf in fünf Jah­ren. Der Anspruch des n auf ist ent­stan­den, als die Thu­jen zuletzt eine Höhe von 2 m, gemes­sen von der ca. 1 m hohen Gelän­de­stu­fe, und damit eine abso­lu­te Höhe von 3 m über­schrit­ten hat. Das war frü­hes­tens 2009 der Fall. Der zu die­sem Zeit­punkt begon­ne­ne Lauf der sfrist ist recht­zei­tig gehemmt wor­den.

Nicht Gegen­stand der Ent­schei­dung war die Fra­ge, wie die Mes­sung im umge­kehr­ten Fall zu erfol­gen hat, also bei einer des höher gele­ge­nen grund­stücks.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 2. Juni 2017 – V ZR 230/​16

  1. AG Hers­bruck, Urteil vom 14.01.2016 – 11 C 750/​15[]
  2. LG Nürn­berg-Fürth, Urteil vom 25.08.2016 – 5 S 1274/​16[]