Grundlagen & Voraussetzungen für das Home-Office

Sich die Arbeit frei ein­tei­len, kei­ne lan­gen Fahr­we­ge in Kauf neh­men und kon­zen­triert im eige­nen Heim arbei­ten – immer mehr Arbeit­neh­mer seh­nen sich nach die­ser Frei­heit im Berufs­le­ben. Das Arbeits­mo­dell wird heut­zu­ta­ge von vie­len Arbeit­ge­bern ange­bo­ten, damit der Beruf mit Fami­lie, Frei­zeit und Haus­halt unter einen Hut gebracht wer­den kann. Doch wel­che Anfor­de­run­gen und Vor­rau­set­zun­gen gibt es für das ? In die­sem Bei­trag erfah­ren Sie, wel­che Rege­lun­gen es für die gibt und ob Sie über­haupt einen Anspruch auf die­se haben.

Was ist das ?

ist in Deutsch­land auch unter den Begrif­fen Tele oder e‑Work bekannt. Unab­hän­gig von dem gewähl­ten Begriff han­delt es sich dabei per Defi­ni­ti­on um Arbeit, die von zu Hau­se aus erle­digt wird – dafür wird meist in der eige­nen Woh­nung oder im Haus ein sepa­ra­ter Arbeits­platz ein­ge­rich­tet. Anfal­len­de Auf­ga­ben und Zie­le des Mit­ar­bei­ters wer­den mit E‑Mail-Ver­kehr und Tele­fo­na­ten mit dem Arbeit­ge­ber abge­spro­chen. Zudem gibt es Soft­ware­an­wen­dun­gen für die Zusam­men­ar­beit, womit nicht nur unter­schied­li­che Teams bes­ser kom­mu­ni­zie­ren und pla­nen kön­nen, son­dern auch Außen­mit­ar­bei­ter im näher mit dem Unter­neh­men in Ver­bin­dung ste­hen. Auf­grund die­ser moder­nen Ent­wick­lun­gen wird es in der heu­ti­gen Zeit immer weni­ger wich­tig, an wel­chem Ort die Arbeit erle­digt wird.

Grund­sätz­lich wird zwi­schen zwei Arten des s unter­schie­den: Bei dem heim­ba­sier­ten Ansatz wird die Arbeit aus­schließ­lich von zu Hau­se aus rea­li­siert. Bei der alter­nie­ren­den Tele­ar­beit wird sowohl von zu Hau­se als auch beim Arbeit­ge­ber im Unter­neh­men gear­bei­tet. Ent­spre­chen­de Arbeits­ta­ge und ‑zei­ten wer­den in bei­den Fäl­len dabei im Vor­feld abge­spro­chen. Dane­ben gibt es noch das weni­ger ver­brei­te­te Nach­bar­schafts­bü­ro. Ange­stell­te ver­schie­de­ner Arbeit­ge­ber sit­zen zusam­men in einem Büro – so kann der Arbeit­ge­ber Kos­ten spa­ren, da sich die Mit­ar­bei­ter die Büro­ein­rich­tung und Arbeits­ge­rä­te tei­len.

Kein Rechtsanspruch fürs in Deutschland

Wer von sei­nem Chef for­dert, von zu Hau­se aus zu arbei­ten, muss dabei kei­ne Zusa­ge erhal­ten. In Deutsch­land gibt es näm­lich kei­nen gesetz­li­chen Rechts­an­spruch auf . Den­noch wer­den Rege­lun­gen für die meist in einer Zusatz­ver­ein­ba­rung zwi­schen Arbeit­ge­ber und Arbeit­neh­mer fest­ge­hal­ten. In den Nie­der­lan­den sieht die Situa­ti­on anders aus: Seit Juli 2015 haben Arbeit­neh­mer dort einen Rechts­an­spruch.

Übri­gens: Wenn ein sepa­ra­tes häus­li­ches Arbeits­zim­mer besteht, in dem sich der beruf­li­che Mit­tel­punkt abspielt, so kann die­ses von der Steu­er abge­setzt wer­den.

Voraussetzungen für das

Beim Kon­zept des s gibt es vie­le Vor- und Nach­tei­le – sowohl für Arbeit­neh­mer und Arbeit­ge­ber. Für ein Gelin­gen kommt es daher vor allem auf die genaue Abspra­che unter die­sen an, damit bei­de Sei­ten von den Vor­zü­gen pro­fi­tie­ren kön­nen.

Wer machen will, der soll­te zunächst prü­fen, ob das im Unter­neh­men gene­rell mög­lich ist. Erfah­rungs­ge­mäß ist das in Betrie­ben mit einer gerin­gen Mit­ar­bei­ter­zahl häu­fig nicht der Fall. Auch bestimm­te Berufs­grup­pen sind vom aus­ge­schlos­sen. Für Men­schen, die vor­wie­gend im Büro an einem fes­ten Platz vor dem Bild­schirm arbei­ten oder einen wei­ten Weg zur Arbeit haben, ste­hen die Chan­cen gut auf eine mög­li­che Erle­di­gung der Auf­ga­ben von zu Hau­se aus. Über­wie­gend sind das IT-Ent­wick­ler, Ver­trieb­ler, Dienst­leis­ter und Ange­stell­te aus dem krea­ti­ven Bereich.

Erreichbarkeit und Ergonomie gewährleisten

Damit Sie im von den Unter­neh­mens­pro­jek­ten nicht iso­liert sind, ist die Erreich­bar­keit für Chefs und Kol­le­gen das A und O. Wie bereits erwähnt kann die­se mit dem Inter­net, Tele­fo­na­ten, E‑Mail-Kor­re­spon­denz oder spe­zi­el­ler Unter­neh­mens­soft­ware gewähr­leis­tet wer­den. In der Pra­xis ist es rat­sam, bestimm­te Kern­ar­beits­zei­ten abzu­spre­chen, an denen Sie ver­füg­bar und am Arbeits­platz sein müs­sen.

Wer den gan­zen Tag zu Hau­se arbei­tet, der benö­tigt einen geeig­ne­ten Ort dafür. Nicht jede Woh­nung bie­tet sich für das glei­cher­ma­ßen an – so kann in einer hek­ti­schen Wohn­ge­mein­schaft ohne räum­li­che Abgren­zung nur schwer kon­zen­triert gear­bei­tet wer­den. Ein sepa­ra­tes Arbeits­zim­mer, in dem Sie unge­stört ihre Auf­ga­ben erle­di­gen kön­nen, ist daher eine wich­ti­ge Vor­rau­set­zung.

Bei der Ein­rich­tung des hei­mi­schen Arbeits­plat­zes soll­te zudem Wert auf Ergo­no­mie gelegt wer­den. Um Rücken­schmer­zen und Nacken­star­re vor­zu­beu­gen, hel­fen höhen­ver­stell­ba­re Schreib­ti­sche und Stüh­le. Der Tisch soll­te nicht direkt vor dem Fens­ter ste­hen son­dern par­al­lel dazu, damit das Son­nen­licht nicht blen­det. Eine ange­neh­men Raum­tem­pe­ra­tur und aus­rei­chend Frisch­luft för­dern die Kon­zen­tra­ti­on und Pro­duk­ti­vi­tät.

Anpassung des Arbeitsvertrags – die Zusatzvereinbarung

Wer lang­fris­tig von zu Hau­se aus arbei­ten möch­te, der soll­te eine Zusatz­ver­ein­ba­rung mit dem Arbeit­ge­ber tref­fen. In die­sem Zusatz zum regu­lä­ren Arbeits­ver­trag wird gere­gelt, wie das hei­mi­sche Büro aus­se­hen muss und wie die Arbeits­zeit auf­ge­zeich­net wird. Gestell­te Arbeits­mit­tel wer­den auf­ge­führt – meist ist eine Klau­sel ent­hal­ten, die die betrieb­li­chen Arbeits­ge­rä­te nicht für den pri­va­ten Gebrauch erlaubt.

Zudem ist eine Daten­schutz­klau­sel essen­ti­ell, um die Daten der Kun­den und des Betriebs aus­rei­chend zu schüt­zen. Die Betriebs­ver­ein­ba­rung zum kann jeder­zeit vom Arbeit­ge­ber mit einer Ankün­di­gung­frist wider­ru­fen wer­den – dies kommt beim Nicht­er­fül­len der Auf­ga­ben in Betracht oder wenn Arbeits­schutz­be­stim­mun­gen nicht aus­rei­chend erfüllt wer­den.

: Versicherung und Steuer

Unter bestimm­ten Vor­rau­set­zun­gen kann das von der Steu­er abge­setzt wer­den. Dies ist der Fall, falls das Arbeits­zim­mer aus­schließ­lich zur Erzie­lung von Ein­künf­ten genutzt wird. Eine Couch oder ein Fern­se­her machen das häus­li­che Arbeits­zim­mer zu pri­va­tem Wohn­um­feld – Arbeits­ecken und Durch­gangs­zim­mer sind daher nicht steu­er­lich absetz­bar. Aus­ga­ben für Schreib­tisch, Stuhl, Arbeits­ma­te­ria­li­en sowie Reno­vie­run­gen kön­nen steu­er­lich abge­setzt wer­den. Mie­te, Heiz- und Strom­kos­ten kön­nen antei­lig bei der Steu­er­erklä­rung berück­sich­tigt wer­den.

Grund­sätz­lich ste­hen Arbeit­neh­mer unter dem Schutz der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung. Auch Mit­ar­bei­ter in sind gesetz­lich unfall­ver­si­chert – bei einem Unfall auf dem Weg ins Bad oder in die Küche greift die­se aller­dings nicht.

Wer­den die­se Grund­la­gen und Vor­rau­set­zun­gen des s erfüllt, so kann sicher aus den eige­nen vier Wän­den gear­bei­tet wer­den. Das fle­xi­ble Arbeits­mo­dell kann nach einer gründ­li­chen Abspra­che zwi­schen Arbeit­ge­ber und ‑neh­mer bei­den Par­tei­en vie­le Vor­zü­ge bie­ten – bei­spiels­wei­se mehr Pro­duk­ti­vi­tät für das Unter­neh­men und eine bes­se­re Work-Life-Balan­ce für den Ange­stell­ten.